Disposition Heilig Kreuz Kapelle Gaibach

Adam Philipp Schleich wurde am 2. Mai 1660 in Lohr am Main geboren und entstammte einer dort ansässigen Orgelbauerfamilie. In der Werkstatt seines Onkels Johann Jost Schleich ging er wahrscheinlich in die Lehre. Zwei Jahre nach seiner Hochzeit 1685 in Lohr war Adam Philipp Schleich in Kitzingen sesshaft und wiederum zwei Jahre später danach in Würzburg, wo er vermutlich die Werkstatt seines Vaters übernahm. Im Jahr 1699 erfolgte dann der Umzug nach Bamberg, wo er 1712 als Hoforgelmacher erwähnt wird. Am 9. Mai 1719 starb Adam Philipp Schleich. Sein Sohn Johann Philipp (1690-1733) führte die Werkstatt weiter.

Der Gaibacher Ortsherr Lothar Franz von Schönborn (1655-1729) ließ zwischen 1697 und 1700 die Kapelle etwas außerhalb des Ortes auf einem sachten Hügel erbauen. In seiner Eigenschaft als Fürstbischof von Bamberg vermittelte er wahrscheinlich die Lieferung der Orgel durch Adam Philipp Schleich.

Das Erbauungsjahr der Orgel ist anhand einer Inschrift in einem Balg gesichert: „Ich, Friedrich Bonhannß der zeit Schreiners Gesehl vnnd Vlrich Bonhannß der zeit Lehr jung bey H. Attam Fihlib Schleich Orgelmacher in Bamberg wir bete Brueter gebürtig in Frensdorff haben dieße Orgel verfertigen helffen im Jahr anno 1699. Worin dießes Jahr alle Güter in Stifft Bamberg vnnd in der Stat geblündert Worten vnd mancher Christ dar durch umdaß leben kommen.“
1702 erweiterte Schleich vertragsgemäß die Orgel. Ein eingeklebter Zettel von Schleichs Hand bestätigt dies: „anno 1702 ist der Subbas gemacht worden durg Adamus Bfilibus schleich Orgell Macher zu Bamberch…“.

Lothar Franz von Schönborn bemaß der Orgel besonderen Wert bei, indem er sie mit seinem Wappen bekrönte.

Durch die Restaurierung der Gaibacher Schleich-Orgel konnte ein außergewöhnliches sakrales Kunstwerk vor dem Zerfall bewahrt werden. Die in die restauratorische Praxis einbezogene Handschrift des Erbauers ist zugleich eine Huldigung an einen Wegbereiter des mainfränkischen Orgelstils.

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