Beschreibung Miltenberg St. Jakobus

Das neue dreimanualige Instrument steht hinter einer vorhandenen Gehäusefassade des Orgelbauers Schleich von 1699. Diese Prospektfront wurde nach vorne versetzt und ergänzt. Die farbliche Fassung in Rosenholz-Imitationsmalerei unterstreicht das imposante Bild mit zahlreichen Putti und üppigen Akanthusschnitzereien. Eine Rekonstruktion der Polimentvergoldung steht noch aus. Die wieder geöffneten Fenster an der Emporenrückwand umspielen die Orgel mit Licht.

Durch ein begrenztes finanzielles Budget (zeitgleiche sehr aufwendige Kirchenrenovation) und durch die Gegebenheiten des historischen Prospekts waren Grenzen gesetzt. Daher wurde zunächst ein zweimanualiges Werk mit HW / SW / P konzipiert. Durch eine Aufteilung des gut besetzten Schwellwerkes mittels Zwillingsladen konnte so eine Dreimanualigkeit erreicht werden, die damit zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Beim Pfeifenwerk wurden 13 Register (2 noch vakant) aus der Vorgängerorgel von J. Bittner (1935 / opus 204) übernommen. Per Transmissionen werden die Hauptwerksregister Bourdon, Soloflöte, Gedackt und Trompete auch im Pedal spielbar gemacht (also ebenfalls Zwillingsladen).

Einige lustige Effekte wie ein Posaunenengel, der beim Drehen ein Schiffshorn erklingen lässt und mit der Bezeichnung „Bieber-Boom“ Bürgermeister und Pfarrer Referenz erweist, eine Pauke und ein Kuckuck unterstützen das barock-verspielte äußere Bild des Instrumentes auch auf akustische Weise. Geplant sind noch Nachtigall, Cymbelstern und Glockenspiel.

„…Die übernommen Register der alten Orgel fügen sich nach Überarbeitung bzw. partieller Erneuerung harmonisch in das Klangbild ein. Die Intonation beließ den Principalen die nötige Frische, die ergänzt wird durch einen vielfältigen fülligen Weitchor und fein timbrierte Streicher. Der Zungenchor stellt eine helle Trompete deutscher Bauart im Hauptwerk einer sehr sonoren und fülligen Trompete französischer Art im Solowerk gegenüber, ergänzt durch eine lyrische Oboe im Echo und eine tragende, runde Bombarde im Pedal. Der Intonateur Christian Heiden verstand es wieder einmal, ein reiches Ensemble von charaktervollen Stimmen zu einem harmonischen Gesamtklang zu vereinen…“ (Regionalkantor P. Schaefer)

Das Instrument hat bereits in der Bauphase Prof. Douglas Bush von der Universität in Provo/Utah dermaßen überzeugt und für Gesprächsstoff in den USA gesorgt, dass nun ein Kollege von ihm (Christian Asplund) eigens für diese Orgel die „Miltenberg-Suite“ komponiert (die Uraufführung wird voraussichtlich 2005 in Miltenberg sein).

Diese Vleugels-Orgel bietet eine mechanische Tontraktur, eine elektrische Registertraktur mit einer 4000-fachen Setzerkombination und wurde 2004 als Opus 370 mit 2004 Pfeifen erstellt.

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